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Dienstag, 21. November 2017

Mein Auslandspraktikum in Stockholm 2017

Während meiner dreijährigen Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann erhielt ich die Chance, ein dreiwöchiges Praktikum bei unserem Partnerunternehmen GANT in Stockholm zu absolvieren. Das Programm Erasmus+ meiner Berufsschule, BK Südstadt Köln, ermöglichte mir ein Stipendium, das mich während meines Aufenthaltes finanziell unterstützte. Aber auch die Duetz Fashion GmbH, der deutsche Lizenzhaber von GANT, bei der ich zurzeit meine Ausbildung absolviere, unterstütze mich durch Freistellung meiner Arbeit als auch durch die Kontaktaufnahme zu GANT Schweden. Über eine Kollegin ergab sich die Möglichkeit bei einem Bekannten unterzukommen, bei dem ich ein Zimmer mietete. Meine Anreise war sehr entspannt. Ich flog mit dem Flugzeug von Düsseldorf nach Arlanda. Von da aus ging mein Zug Richtung Hauptbahnhof, wo ich von meinem Mitbewohner abgeholt wurde und zu meiner Unterkunft nach Haninge fuhr. Für meinen dreiwöchigen Aufenthalt holte ich mir am Flughafen ein Bahnticket, mit dem ich auch Bus und Fähren nutzen konnte. An meinem ersten Arbeitstag sollte ich um 10.00 Uhr am Flagship Store (Birger Jarlsgatan) erscheinen, der sich im Zentrum Stockholms, auf einer noblen Einkaufsstraße befindet. Meine vier Kollegen stellten sich mir sehr herzlich und aufgeschlossen vor. Dadurch, dass wir vorab E-Mails austauschten, waren sie sich bewusst, dass wir uns ausschließlich auf Englisch unterhalten konnten. Mir wurde der Store vorgestellt, der sich auf drei Etagen verteilte. Die größte Verkaufsfläche war der HAKA Bereich, der sich im Erdgeschoss befand. Auf der zweiten Etage war der DOB Bereich, sowie ein kleinerer Raum für Kinderkonfektion. Im ersten Untergeschoss gab es verschiedene Räume für GANT Rugger, ein GANT Home Bereich für das Bad und für das Schlafzimmer sowie einen Bereich für Schuhe. In dem Store selber hatte man das Gefühl, als befände man sich in einem Wohnhaus, weil jeder Bereich in einen Raum unterteilt war, der mit sehr viel Liebe zum Detail dekoriert war. Die Atmosphäre im Team und Store war sehr entspannt, was typisch für die Schweden ist. Meine erste Aufgabe war es, mich um den Kinderbereich zu kümmern, der nach dem Wochenende erst einmal aufgeräumt werden musste. Nachmittags unterhielten wir uns über den Ablauf der weiteren Tage. Ich war sehr frei in meiner Entscheidung, wie ich arbeiten wollte. Ich entschloss mich, täglich bei Ladeneröffnung um 10.00 Uhr anzufangen.

Meist arbeitete ich bis 17.00 Uhr, danach nutze ich die Zeit, um mir Sehenswürdigkeiten anzuschauen oder einfach durch die Stadt zu laufen. Im Laufe der Tage wurden mir immer mehr Verantwortung und Aufgaben zugeteilt. Beispielsweise war ich zuständig für die Preisauszeichnung von Neuware oder den Versand der Altware aus der Herbst/Winter Kollektion. Ich fühlte mich sehr wohl, da mir meine Kollegen das Gefühl gaben, ein Teil des Teams zu sein, weil sie mich im Alltag sehr gut einbanden. Neben dem Flagship Store hat GANT mehrere Verkaufsflächen in verschiedenen Warenhäusern. In der letzten Woche arbeitete ich in einem gehobenen Kaufhaus namens Nordiska Kompaniet (kurz NK). Dort half ich vormittags im Lager aus und nachmittags stand ich auf der Verkaufsfläche. Für mich war es dort interessant, zu sehen, wie die Arbeit in einem Kaufhaus aussieht, da ich bisher nur die Arbeit in einem Store kannte und der Arbeitsablauf schon anders ist als in einem Store. Mein letzter Tag war das eigentliche Highlight meines Praktikums, da ich in die Hauptzentrale von GANT fahren durfte. Ich unterhielt mich mit Designern, die mir die aktuellen Kollektionen erklärten, ich sah Musterteile aus der kommenden Saison, hatte einen Einblick in die Showrooms und traf schließlich auf den CEO von GANT AB, Patrik Nilsson. Wie von GANT gewohnt, war er ein sehr lockerer, offener Typ, der mich „mit offenen Armen“ empfing.

Das Auslandspraktikum gab mir die Chance, neue Menschen kennenzulernen, meine Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern und meine persönlichen Fähigkeiten weiter zu entwickeln, da ich sehr selbstständig war und noch selbstsicherer geworden bin. Außerdem denke ich, dass ich mich neuen Situationen besser anpassen kann. Zudem glaube ich, dass ich dem Verhalten anderer Menschen und ihren Überzeugungen mit mehr Toleranz begegne. Meiner Ansicht nach war die Dauer von drei Wochen angemessen. Mein Auslandsaufenthalt wurde mir anerkannt, indem ich ein englisches Zeugnis und eine englische Praktikumsbescheinigung meines Betriebes sowie den Europass Mobilität erhielt. Zudem wird das Auslandspraktikum mit einer Zusatzvereinbarung der IHK Köln integraler Bestandteil meiner Ausbildung, was auch auf dem Berufsschulzeugnis dokumentiert wird.

Als Fazit meines Auslandspraktikums in Schweden lässt sich sagen, dass ich mit Menschen aus anderen Kulturen und mit anderem Hintergrund besser zusammenarbeiten kann und ich meine beruflichen Kompetenzen verbessert habe. Ich denke, dass sich aufgrund meines Auslandsaufenthaltes die Chancen auf einen besseren Arbeitsplatz erhöht haben. Mein Praktikum hat mich in meiner Entscheidung bestärkt, zukünftig in einem internationalen Umfeld tätig zu sein.

Knuth Cremers

05.06.2017 16:11 Alter: 169 Tage